Staatsverschuldung treibt Bürger um
08/20/2010
Die Diskutanten Hans-Michael Trautwein, Dr. Jörg Bleckmann und Dirk Gerlach mussten nicht lange warten, bis sie die Bürgerinnen und Bürger nach Lösungen für die hohe Staatsverschuldung in der EU fragten. Trautwein, Professor für Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, hatte zuvor über die „EU in der Finanzkrise“ im Garten des Instituts für Ökonomische Bildung (IÖB) vor ca. 150 Bürgerinnen und Bürgern referiert.
Schulden seien generell nichts Schlechtes, waren sich die Experten einig, wenn man damit Vermögen aufbaue. Griechenlands Krise sei hausgemacht, weil Mittel nicht in Investitionen, sondern in Gehälter bzw. Konsum gesteckt worden seien. „Wir müssen auf die langfristige Wirkung der Mittel setzen“, so Gerlach, Koordinator im Stab des Präsidenten der Hauptverwaltung bei der Deutschen Bundesbank. Trautwein kommentierte nüchtern: „Wir werden Griechenland auf Jahrzehnte alimentieren müssen“. Bezogen auf Deutschland ordnete Dr. Jörg Bleckmann, Vorstand der Wirtschaftsbildungsinitiative wigy, die Bedeutung der Krise für die Staatsverschuldung ein: Nur ein Achtel der Staatsverschuldung in Deutschland sei krisenbedingt – der Rest sei seit den 70er Jahren aufgebaut worden.
Natürlich sträubten sich Politiker, Schulden abzubezahlen, denn das Streichen von Leistungen sei immer unpopulär. Derzeit stoße sich Deutschland über Exporte wieder gesund, so Gerlach. Mit der zweiten Gartenvorlesung endet für dieses Jahr die Reihe „1x1 der Wirtschaft“, die IÖB und wigy zusammen mit der NWZ durchführen. Die Reihe wird im nächsten Jahr fortgesetzt.


